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Quelle: Mainpost (26.12.2011)
 
Familie Heilgenthal musizierte vor großem Publikum in Mariabuchen

26.12.2011

Die Sprache des Herzens


Alphörner in der Wallfahrtskirche: Mit Hirtenmusik der fränkisch-bayerisch-böhmischen Mittelgebirge und Eigenkompositionen auf vielfältigen Instrumenten bescherte die Familie Heilgenthal in Mariabuchen den rund 300 Zuhörern einen festlichen Weihnachtsausklang.
Foto: Gisela Büdel

MARIABUCHEN. „Weihnachten ist wie die Tür in Gottes heiliges Land“, zitierte Klothilde Reichert vom Wallfahrtswerk Mariabuchen Friedrich von Bodelschwingh. Dort höre man heimatliche Klänge. Da werde die Sprache des Herzens gesprochen. Beides erlebten rund 300 Zuhörer in festlicher Abendstimmung am zweiten Weihnachtsfeiertag im Konzert der Familie Heilgenthal in reichem Maße.

„Frau Reichert und ich waren am Überlegen, ob die Empore nicht zusammenbricht“, meinte Pater Paul Kusiak schmunzelnd. In der Tat schien der Kirchenraum den Besucherstrom kaum zu fassen, sogar ein Stehplatz war rar.

Warum das so ist, erklärte Klothilde Reichert. Sie lobte den guten Brauch, mit dem die Familie Heilgenthal das Fest zu Ehren des neugeborenen Kindes in familiärem Rahmen nachklingen lässt.

Die Musikerfamilie aus Hofstetten knüpfte an die Tradition musizierender Hirten an, und das auf hohem Niveau. Liebevoll ausgewählt war das Programm zum Zuhören und Mitsingen: Hirten- und Weihnachtsmusik aus Franken wechselte mit Eigenkompositionen und Liedgut aus der bayerisch-böhmischen Nachbarschaft.

Konzert mit der Familie Heilgenthal vergrößern und im neuen Fenster öffnen Konzert mit der Familie Heilgenthal vergrößern und im neuen Fenster öffnen Konzert mit der Familie Heilgenthal vergrößern und im neuen Fenster öffnen

Klangreich das Instrumentarium von Hans und Lissy Heilgenthal mit ihren Söhnen Kilian und Philipp: Akkordeon, Trompete, Gitarre, Saxophon, Alphorn, Psalter, Dudelsack und tiefes Blech. Auch ein Poet steckt im Musikanten Hans Heilgenthal: Mal meditativ, mal humorvoll – aber stets naturverbunden – gab er seine fränkisch-hintersinnigen Gedichte zum Besten.

Vergangenes Jahr sei das Konzert wegen der Schneemassen ausgefallen, blickte Heilgenthal zurück und bemerkte: „Heuer ham mer gar ken.“ Was ihn zum Gedicht „Ken Schnee“ inspiriert habe. Den musikalischen Reigen eröffnete die oberfränkische „Polones“. Der „Seibiser Schleifer“ stammt ebenfalls aus dieser Gegend. Überliefert aus dem Schweinfurter Raum sind „Kommt herbei, ihr Engel alle“ und „Lieber Bruder geh mit mir“, das mit „Dudelsack und Pfeifenklang“ dem Konzert seinen Namen gab. Zu „Nordherbst“, einer „Höschter Kreation“ von Lissy Heilgenthal, griff Hans Heilgenthal zu Bogen und Psalter, einer mittelalterlichen Kastenzither.

Ob als Bläserquartett im kraftvollen Blechbläserklang, den Lissy Heilgenthal am Altsaxophon abrundete oder mit Akkordeon und Gitarre; ob mit Bockpfeife, dem fränkisch-böhmischen Dudelsack aus Ziegenfell – einst das Instrument der Hirten: Jedes Stück wurde zur Hymne an Weihnachten und sprach das Gefühl unmittelbar an.

Für die Eigenkomposition „Meebloaser“ bliesen Hans und Philipp Heilgenthal das Alphorn zu Gitarre und Akkordeon. Die melodiöse und einfühlsame Sprache des Herzens erklang in „Fridas Vals“ aus der Feder einer schwedischen Geigerin. „Die besten und schönsten Dinge auf der Welt kann man weder sehen noch hören. Man muss sie mit dem Herzen wahrnehmen“, griff Pater Paul den Segen aus seiner Weihnachtspost auf. „Weihnachten sei dir ein Fest der Stille und Freude, ein Fest voller Licht, Frieden und Segen“, gab er den kräftig applaudierenden Zuhörern mit ins Neue Jahr.

Dass die Herzen zu glühen beginnen, dass wir wärmer werden, dazu habe die Familie Heilgenthal ihren Beitrag geleistet. Die Geburt Christi müsse im Herzen stattfinden, auch über Weihnachten hinaus. Als dritte Zugabe führte „Fröhliche Weihnacht überall“ noch einmal himmlische und irdische Töne zusammen. Freiwillige Spenden kommen dem Wallfahrtswerk Mariabuchen zugute.

MainPost, Gisela Büdel

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